Verbot für Klonfleisch innerhalb der EU

Veröffentlicht am 11.09.2015 in Europa

Europäisches Parlament erteilt dem Import eine klare Absage

 

Am Dienstag hat das Europäische Parlament in erster Lesung über die neuen Regeln zum Klonen von Tieren abgestimmt. Aus zwei Richtlinienvorschlägen haben die Europaabgeordneten nun eine Verordnung gemacht. Am Ende eines Gesetzgebungsverfahrens gelten damit die gleichen Regeln in allen Mitgliedstaaten.

 

Der Amberger SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug begrüßt das Ergebnis: "Wir haben für die Verbraucher endlich Gewissheit schaffen können: In den Regalen europäischer Supermärkte wird es  kein Klonfleisch geben."

"Wenn die Verbraucher kein Klonfleisch wollen, dann reicht es nicht, nur das Klonen zu verbieten – niemand würde ein teures Klontier schlachten", erklärt Ertugs Kollegin Susanne Melior, Mitglied des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI), und ergänzt: "Klonfleisch und Klonmilch sind nun vom Tisch, denn wir haben jetzt zusätzlich zum Klonen selbst auch die Vermarktung der Nachkommen abgelehnt. Und wir  haben durchgesetzt, dass Eizellen und Samen von Klontieren nicht in die EU eingeführt werden dürfen".

Der ursprüngliche Vorschlag der Kommission enthielt nur ein zeitlich befristetes Klonverbot. Auch das haben die Abgeordneten geändert. "Um Rechtssicherheit zu schaffen und keine Ungewissheit bei den Verbrauchern aufkommen zu lassen, haben wir uns für ein dauerhaftes Verbot des Klonens ausgesprochen. Und das betrifft nicht nur Rinder oder Schweine, sondern alle Nutztierarten", erläutern Melior und Ertug gemeinsam.

 

Ismail Ertug und Susanne Melior betonen auch die mit dem Klonen verbundenen Qualen für den Tierschutz: "Wer Tiere klont, verursacht großes Leid bei den Muttertieren und bei den Klonen selbst." Zwischen 1998 und 2007 durchgeführte Studien haben gezeigt, dass sich beim Klonen für die Tiere nichts verbessert hat. Die Muttertiere leiden oft unter Funktionsstörungen der Plazenta. Es kommt zu schweren Geburten, da die Nachkommen insbesondere bei Rindern unnatürlich groß sein können. Die Klontiere selbst sterben häufig bereits vor, während oder kurz nach der Geburt an Herz-Kreislauf-Versagen oder Atmungsproblemen.

 

In einem nächsten Schritt muss sich der Ministerrat mit dem Dossier befassen. Der Beginn der Arbeiten daran ist für Oktober 2015 geplant. Mit einem schnellen Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens ist also nicht zu rechnen.

 
 

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