475 Euro für 15 Quadratmeter

Veröffentlicht am 30.10.2018 in Soziales

München ist die Stadt mit den höchsten Mieten in Deutschland. Viele Menschen können sich ihre Wohnungen dort nicht mehr leisten und viele, vor allem junge Menschen, können von der eigenen Wohnung nur träumen. Zu Besuch bei Adriana, Marco, den Rudolphs und Wilhelm Kling
Adriana Bil, 24 Jahre alt, hat gerade eine Mandelentzündung. Schon zum zweiten Mal in wenigen Wochen.

Auf der großen Münchner Wohndemo Mitte September ging es los. Ihre Rede hielt sie noch durch, mit Mikro. Auch die Stimme hat mitgemacht.
„Wohnraum muss auch für junge Menschen bezahlbar sein“, hat Adriana vor dem Gewerkschaftshaus gefordert. Und: „Ein eigenes Leben braucht ein eigenes Wohnen.“ Und: „Die Mietpreisbremse ist löchrig wie ein Schweizer Käse!“ Sie hat erklärt, dass vor allem junge Berufstätige es schwer haben auf dem Münchner Wohnungsmarkt, weil ihre Arbeitsverträge meist befristet sind, Vermieter aber Leute in sicheren Berufsverhältnissen vorziehen. Sie hat gefordert, dass Betriebe, die junge Menschen ausbilden, auch für günstigen Wohnraum sorgen.
Sie lief mit, durch die halbe Stadt, wie 10.000 andere Menschen. „Miethaie zu Fischstäbchen“ stand auf dem Wagen, der durch die Schwanthalerstraße zog, vorbei an türkischen Cafés und Sprachschulen, Kinos, Sexshops, Bettlern und staunenden Passanten. Über die geschäftige Sonnenstraße zogen die Demonstranten weiter hinein ins Zentrum der Stadt, zur Oper und zum Nationaltheater, entlang der Maximilianstraße, dem teuersten Pflaster Münchens. Ein Weg durch arme und reiche Straßen, vorbei an billigen Bahnhofsabsteigen und Luxushotels, wie beim Monopolyspiel. Die Ungleichheit im gesellschaftlichen Zusammenleben: Sie spiegelte sich auch in der Route.
Nach knapp zwei Stunden gelangte man auf die für die Demonstration gesperrte Ludwigstraße, wo gefeierte wurde und Musik gemacht.
Dann ging Adriana Bil, ehrenamtliche Geschäftsführerin der ver.di Jugend München, nach Hause und legte sich ins Bett. Und man muss noch nie in einer Sechser-WG gewohnt haben, um zu begreifen, dass es wenig angenehm ist, an einem Samstagabend krank zu sein und müde, nur von einer dünnen Rigipswand vom gemeinsamen Wohnzimmer getrennt.
Die Wohngemeinschaft hat ein Haus für sich, Adrianas Zimmer befindet sich im Erdgeschoss, der Blick endet am Gartenzaun gegenüber. Familien leben hier, ältere Menschen. Kein Winkel, in dem das Leben tost. Aber 475 Euro warm für 15 Quadratmeter: Das ist für sie noch bezahlbar. Adriana hatte Glück, als geborene Münchnerin kennt sie viele Leute in der Stadt, Freunde haben ihr die WG vermittelt. Allerdings macht sie sich schon darauf gefasst, im Frühjahr wieder auf die Suche zu gehen. Denn sie hat nur einen Zwischenmietvertrag. Im Mai muss sie womöglich ausziehen.
Quelle: Verdi

 

Anmerkung JK: Gibt es eigentlich eine explizite Position der Grünen zu Wohnungsnot und Mietwucher in Deutschland? Oder ist das Thema für die in gentrifizierten Stadtvierteln lebende Klientel der Grünen eher irrelevant?

 
 

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