15 Dollar mindestens

Soziales

In den USA feiert eine neue soziale Bewegung gerade Erfolge. Ihr geht es um den „Fight for 15“, den Kampf für einen Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde. Das wäre einer der höchsten Mindestlöhne weltweit. Und was irrwitzig klingen mag, erweist sich als durchaus realistisch. Der Mindestlohn ist das neue Symbolthema

Viele Arbeitgeber in den USA wehren sich gegen eine Anhebung des Mindestlohns. Als „unstillbaren Hunger“ bezeichnet der Vertreter des Einzelhandelsverbands im Bundesstaat Massachusetts, Bill Rennie, die Forderungen nach höheren gesetzlichen Lohngrenzen. „Wir hatten dieses Jahr erst eine Erhöhung. Jetzt sollen es 15 Dollar werden. Wo soll das aufhören?“, fragt er.
Es sei ein Desaster für die kleinen Läden, die ohnehin mit dem Onlinehandel kämpfen müssten. Sie könnten sich bald keine Angestellten mehr leisten. Die Mindestlohn-Gegner führen als Argument oft die Arbeitskosten im Einzelhandel an. Was Rennie nicht sagt: Die Onlinehändler, mit denen die Geschäfte konkurrieren, zahlen ihren Lagerarbeitern mit die schlechtesten Löhne – und können deswegen ihre Preise drücken. (…)
Doch es geht auch anders. In Seattle, auf der anderen Seite der USA am Pazifik, lebt der Milliardär Nick Hanauer. Er ist einer der ersten Amazon-Investoren und ein Gewinner des Internetbooms. Mittlerweile hat er seine Amazon-Anteile verkauft und investiert seine Milliarden in Start-ups von Onlinediensten und in neue Energien. Und er kämpft für den Mindestlohn.
Er sieht sich selbst als Vorkämpfer einer neuen Arbeiterbewegung. Weil die Politik in Washington die Verkäufer, Lagerarbeiter, Pflegekräfte seit Jahren hängen lässt, zieht Hanauer von Stadt zu Stadt und von Bundesstaat zu Bundesstaat, um für einen zufriedenstellenden Mindestlohn zu werben. „Für die Firmen gibt es immer einen Grund, nicht zu bezahlen“, sagt Hanauer. Um die in Washington regierenden Republikaner kümmert er sich dabei nicht, denn sie sind es, die eine Erhöhung seit Jahren blockieren. Ihrer Auffassung nach soll sich der Staat aus der Wirtschaft heraushalten.
Hanauer hat eine einfache Theorie: „Wenn die Löhne raufgehen, wird auch mehr gekauft. Das hilft am Ende allen.“ Hungerlöhne zu zahlen sei kurzsichtig und sozialer Sprengstoff, sagt er. Hanauer finanziert 15 Now, eine eigene Kampagne, die die Forderung nach einem Mindestlohn von 15 Dollar unterstützt.
Quelle: Zeit Online

 

Anmerkung JK: Ah ja, einen Zeichen gegen Trump. In Deutschland hingegen wäre eine Erhöhung des Mindestlohns auf 15 € des Teufels und alle neoliberalen Apologeten würden Sturmlaufen.

 
 

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